Edelstahl
  • 15.06.2022
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  1. Edelstahl
  2. Die Grundlage ist der Reinheitsgrag
  3. Aus Eisen Stahl zu machen
  4. Die Legierung, der Schlüssel zum nicht rostenden Edelstahl
  5. Edelstahl rostfrei heute


Edelstahl

Wer den Begriff Edelstahl hört, besitzt in der Regel eine feste Vorstellung davon. Ein glattes, glänzendes Metall, das nicht rostet und auch sonst so sehr widerstandsfähig ist. Dazu sieht es auch noch edel und schick aus. Kurz gesagt, ein hochwertiges Material für die verschiedensten Dinge wie beispielsweise Geländer. Das Thema Edelstahl ist jedoch weit komplexer. Technisch gesehen dürfen sich alle Stähle als „Edel“ bezeichnen, wenn deren Phosphor- und Schwefelgehalt unter 0,025 % liegt. Dazu gehören auch Stähle, die rosten und umgekehrt muss ein nicht rostender Stahl nicht unbedingt „Edel“ sein. 

Die Grundlage ist der Reinheitsgrad

Das Entfernen der Eisenbegleiter aus der Stahlschmelze ist der Schlüssel zum Begriff Edelstahl. Denn diese Eisenbegleiter wie Schwefel und Phosphor sowie der Gehalt an Kohlenstoff im Roheisen sorgen dafür, das herkömmliches Eisen eben rostet, sich relativ leicht biegen lässt und auch sonst eine im Verhältnis recht kurze Lebensdauer besitzt. Die Feuchtigkeit in der Luft zusammen mit dem Sauerstoff bearbeitet das Material sehr zügig und kommt dann noch Salz dazu, geht es noch wesentlich schneller. Anrainer von Meeresküsten können ein Lied davon singen, hingegen etwa Wüstenbewohner damit kaum Probleme haben. 

Dieser ewige Rost macht es auch so schwierig, genau festzustellen, seit wann der Mensch überhaupt Eisen nutzt. Die meisten möglichen archäologischen Funde sind schlicht weggerostet, bevor sie ausgegraben werden konnten. Aber der Mensch ist erfinderisch und so wurde schon vor über 3000 Jahren entdeckt, dass vom Himmel gefallene Meteoriten ein Eisen enthalten, das extrem widerstandsfähig war. Es war praktisch die erste Stahl-Legierung, die jedoch unwissentlich zur Herstellung besonders wertvoller Kultgegenstände genutzt wurde. Da also vor über 3000 Jahren die Verhüttung, wie diese Funde belegen, von Eisenerz bekannt war, ist davon auszugehen, dass das Eisen selbst schon länger im Gebrauch der Menschheit ist. 

Aus Eisen Stahl zu machen

Obwohl es vereinzelte Artefakte aus der Geschichte gibt, die belegen dass Eisen zu Stahl geschmiedet wurde, erfolgte die industrielle Produktion von Eisenguss erst mit der Einrichtung von Hochöfen, die die erforderliche Temperatur von über 1538 Grad erreichten, etwa ab dem 13. Jahrhundert. In der industriellen Revolution und durch die Erfindung der Dampfmaschine kam die Entwicklung von Eisen zu Stahl so richtig ins Laufen. Die Verfahren zur Entfernung von Unreinheiten wurden verbessert und es kamen Legierungen zur Anwendung.

Die Legierung, der Schlüssel zum nicht rostenden Edelstahl

Im Laufe der Zeit kamen immer neue Legierungen hinzu, wobei die Jahre 1912 und 1913 von besonderer Bedeutung sind. 1912 wurde sowohl in Österreich wie in Deutschland ein rostfreier Stahl zum Patent angemeldet. Im Jahr darauf meldete ebenso ein Engländer ein Patent darauf an. Patentrechtlich gilt heute der Österreicher Max Mauermann als der Erfinder des rostfreien Stahls. Rostfreier Stahl war schon früher bekannt, die Problematik bestand jedoch in dem extrem aufwendigen Herstellungsverfahren, das sich mit den 1912 und 1913 eingereichten Patenten vereinfachte. 

Edelstahl rostfrei heute

Obwohl die Produktion rostfreier Edelstähle inzwischen weitaus kostengünstiger ist als zur Wende des vergangenen Jahrhunderts, erfordert die Herstellung der verschiedenen Legierungen doch einigen Aufwand, der bezahlt sein muss. Dafür erhält der Kunde ein fast unverwüstliches Produkt. Korrosion ist kein Thema und auch Kratzer bereiten der harten Oberfläche kaum Schwierigkeiten. Das bedeutet im Umkehrschluss eine sehr hohe Lebensdauer der Produkte aus Edelstahl. Natürlich sind viele andere Materialien, gerade im Möbel- und Hausbau, wesentlich preiswerter oder besser gesagt; billiger. Aber genau dies sorgt dafür, dass relativ schnell der erste Lack ab ist und aus dem vermeintlichen Schnäppchen ein Ärgernis wird, das täglich anzusehen ist. Edelstahl hingegen behält sein Aussehen vom ersten Tag bis zur dritten oder auch vierten Familiengeneration. 

Der Lack oder die Beschichtung ist ebenso ein Thema in Bezug auf Edelstahl und seine Vorteile. Moderne Beschichtungsverfahren erlauben die farbliche Umgestaltung des Edelstahls in jede gewünschte Tönung, schlagfest und weitgehend resistent gegen Kratzer und andere unerwünschte Einflüsse. 

Edelstahl ist ein moderner, zeitgemäßer Werkstoff, dessen Vorteile klar ersichtlich sind und der in einer Zeit der kurzlebigen Produkte ein Zeichen für Wertigkeit und Kontinuität setzt.   


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